Fische als Haustier – Haltung, Ernährung und Pflege

Fische

Fische als Haustier zu haben kann spannender sein als man denkt. Es gibt sie in allen Farben, Formen und Größen und jeder Einzelne von ihnen ist komplett individuell. Wusstest du, dass jeder Fisch seine eigenen Verhaltensweisen und Revierverhalten aufzeigt?

Ein kleiner Fisch schwimmt an einer Koralle vorbei. Er ist hellblau und gelb gestreift und hat am oberen hinteren Ende ein schwarzen Punkt.

Wie halte ich Fische richtig?

Wie jeder weiß, leben Fische im Wasser. Dass du also ein Aquarium für sie brauchst, ist klar. Kennt man sich damit noch nicht aus, empfiehlt sich ein Starter-Set, in dem alles vorhanden sein sollte was du brauchst. Es besteht meist aus dem Aquarium selbst, einer Pumpe, die das Wasser ständig mit Sauerstoff anreichert, dem Filtermaterial, welches das Wasser rein hält und der Dekoration.

Das Aquarium solltest du wie für andere Reptilien immer in einer angemessenen Größe kaufen. Die Größe hängt immer davon ab, welche Fischart und wie viele Exemplare du davon halten willst. Natürlich kannst du auch mehrere Arten in einem Aquarium halten, aber Vorsicht: nicht jede Art verträgt sich mit der anderen! Es ist aber durchaus ratsam mehrere Arten zu halten, da es Fische für den Boden-, den Mittleren- und den Oberflächenbereich gibt. Hast du Fische für jeden Bereich im Aquarium, ermöglichst du den Lebewesen darin ein möglichst intaktes Ökosystem. Man kann Fische auch ganz grob unterteilen, in Süß- und Salzwasserfische. Erstere sind deutlich anspruchsloser und bedeuten einen nicht so hohen Pflegeaufwand für den Halter.

Wenn du dir also Deine Fische zusammenstellst, achte bitte auch unbedingt darauf, dass sie ähnliche Bedingungen benötigen. Frage dich welche Wassertemperatur die einzelnen Wunschfische brauchen und welches Futter sie fressen.

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Ein kleiner "Nemo"-Fisch schwimmt durch dünne weiche Korallen.

Warum sollte ich mir Fische als Haustier anschaffen?

Ein Fisch sieht nicht nur schön aus, er ist auch intelligenter als man lange vermutet hatte. Er wirkt nicht nur auf den Betrachter beruhigend, indem er mal schneller und mal langsamer durch das Aquarium schwimmt, sondern wird zum spannenden Haustier das man mit ein wenig Geduld, stundenlang beobachten kann.

 

Vor einem Kauf sollte man sich grundsätzlich diese Fragen stellen:

  • Welche Fischart möchte ich kaufen?
  • Was benötigen diese Fische? (Futter, Temperatur, Platz)
  • Welche anderen Fischarten/Pflanzen passen dazu?
Ein Fisch mit vielen dünnen braunen und weißen Fischen schwimmt über Algen hinweg. Er hat viele große Flossen, die sich in viele dünne Flossen aufteilen.

Wie pflege ich meine Fische richtig?

Fische brauchen mehr Pflege als man vielleicht zunächst annehmen würde. Jeden Tag muss man sie mindestens einmal füttern, die Wasserwerte kontrollieren und die Hygiene im Auge behalten. Außerdem sind die Fische in der Natur auch an den Tag/Nacht Rhythmus gewöhnt, weshalb man die Beleuchtungszeit von Tag zu Nacht verändern sollte.

Die richtige Menge ist bei der Fütterung der Fische entscheidend. Haben deine Fische das Futter in ungefähr zwei Minuten komplett aufgefressen, war die Menge perfekt. Du darfst sie auf keinen Fall überfüttern, da es sonst dazu führen kann, dass sie zu viele Kohlenhydrate aufnehmen und es zu einer Verfettung der Leber führt. Das kann schlussendlich sogar zum Tod deiner Fische führen.

Die Hygiene im Aquarium ist ebenso ein wichtiger Faktor. Achte darauf, dass in diesem Fall weniger mehr ist. Jede Reinigungsaktion stellt einen Eingriff in das Ökosystem des Aquariums dar. Erst wenn eine deutliche Algenbildung die Wasserqualität sehr verschlechtert, solltest du eingreifen und die Futterreste, abgestorbene Pflanzen und eventuell tote Fische mit einem Kescher entfernen. Für die Algen an den Scheiben eignen sich Algenmagneten am besten. Wer eher auf einen natürlichen Putzdienst setzen will, kann sich algenfressende Schnecken zulegen, die ständig die Scheiben von Algen befreien und das Aquarium so sauber halten.

Da Fische darauf angewiesen sind, dass die richtigen Wasserwerte in einem Aquarium vorherrschen, solltest du ca. ein Drittel des Wassers einmal wöchentlich austauschen. Das verhindert, dass die Wasserwerte schlechter werden und der Filter nicht überlastet wird. Zu den Wasserwerten gehören der pH-Wert, die Wasserhärte, sowie die Menge an Nitrat und Nitrit. Diese solltest du mindestens einmal pro Woche kontrollieren. Da deine Fische sehr sensibel auf etwaige Veränderungen reagieren, kann es bei einer deutlichen Verschlechterung der Werte sogar zu einem massenhaften Fischsterben führen. Und das will natürlich keiner.

Ein Goldfisch schwimmt nach links. Er hat eine lange Rückenflosse die transparent mit orangenen Punkten ist.

Worauf sollte ich bei der Ernährung meiner Fische achten?

Wie erwähnt sind Fische generell eher pflegeleicht. Damit Du sie aber artgerecht hältst, solltest Du auf die Bedürfnisse der einzelnen Arten eingehen. Lass Dich in Zoohandlungen und bei seriösen Anbietern genau beraten welches Futter zu Deinen Fischen passt. Auch wenn manche Arten ähnliche Fressgewohnheiten haben, so gibt es doch spezielle Mischungen für Einzelne.

Das heißt: die Art und Menge des Futters richten sich immer nach der Fischart und deren Anzahl im Aquarium.

Wichtig: Ein Fisch braucht eine geregelte Fütterung. Du solltest ihn täglich füttern und dabei beachten, dass er sich nicht überfrisst. Das Futter hat einen direkten Einfluss auf die Entwicklung Deines Fisches. Bekommt er zu viel oder das falsche Futter, kann das zu Verdauungsproblemen führen.

Es gibt unterschiedliche Arten und Formen von Fertigfutter, die unterschiedliche Kombinationen an Mineralien, Ballaststoffen, Kohlenhydraten und Vitaminen enthalten. Die unterschiedlichen Fischarten nehmen diese entweder im oberen, mittleren oder unteren Wasserbereich auf. Achte also darauf, dass Du die Form und das Gewicht des Futterst variierst.

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Zwei gelbe Doktorfische schwimmen durch ein kleines Korallenriff.

Wie viel kostest die Anschaffung und die Haltung von Fischen?

Wenn du dich für die Fische als Haustier entschieden hast, fallen natürlich auch Kosten bei der Anschaffung und Haltung an. Damit du dir ungefähr vorstellen kannst, wie viel die Haltung der Fische kostet, haben wir dir hier eine kleine Übersicht zur Orientierung erstellt:

  • Die Fische kosten je nach Art unterschiedlich viel. Die bekannten Arten kosten zwischen 0,50 – 20 € (Anfängerfisch Guppys: 1,50€ pro Stück). Wer dagegen etwas Besonderes will, kann schnell über 300 € zahlen.
  • Das Aquarium sollte immer in einer der Fischart und deren Anzahl angemessene Größe besitzen. Hier solltest du zwischen 20 – 200 € ausgeben.
  • Da es ein Fisch in der Natur auch ist, dass die Sonne scheint, braucht er in seinem Aquarium ebenfalls Licht. Aber nicht nur die Tiere, sondern auch die Pflanzen benötigen es zum Überleben. Die Beleuchtung kostet dich zwischen 10 -100 €.
  • Die Pumpe ist für alle Lebewesen im Aquarium überlebenswichtig. Sie reichert das Wasser mit ausreichend Sauerstoff an. 20 – 200 €.

  • Durch die Lebewesen wird das Aquarium bzw. das Wasser nach und nach verunreinigt. Damit dies nicht passiert sollte in der Pumpe Filtermaterial vorhanden sein, welches dich 5 – 30 € kostet.
  • Es können noch so schöne Fische im Aquarium schwimmen, wenn sich keine Dekoration darin befindet, ist es nur halb so schön. Große Steine, Muscheln und ähnliche Dinge werten jedes Aquarium auf. Diese bekommst du insgesamt für zwischen 10 – 100 €.
  • Jedes Gewässer braucht einen Bodengrund, an dem sich die Bewohner orientieren, entspannen oder eingraben können. Ein gutes Beispiel ist hier der schwarze Aquarienkies. 10 – 25 €.
  • In jedem Aquarium sollten lebende Pflanzen sein, da sie für ein gutes Klima sorgen. Diese bekommst du für 2 – 15 € pro Stück.   
Ein kleiner Wels liegt auf dem Grund. Er ist länglich und hat viele große Flossen. Er ist dunkelbraun und at viele hellbraune Punkte.

Was sind die häufigsten Krankheiten, die bei Fischen auftreten können?

Zu den häufigsten Fischkrankheiten gehören die Weißpünktchenkrankheit, Schleimhaut- und Kiemenparasiten, Pilzbefall, oder gar eine Ammoniak- oder Nitritvergiftung.

Bei der Weißpünktchenrankheit zeigen die Fische weiße Pünktchen auf der Haut und atmen sehr heftig. Schuld daran sind Hautparasiten, die meist durch Neubesatz eingeschleppt wird. Diese Krankheit macht keinen Halt und befällt so gut wie alle Fische, die im Aquarium leben. Du solltest schnellstmöglich einen Teilwasserwechsel durchführen und das entsprechende Arzneimittel zur Behandlung besorgen.

Bei den Schleimhaut- und Kiemenparasiten kannst du die Symptome eigentlich gar nicht richtig sehen, da die Parasiten meist mikroskopisch klein sind. Die Ursache sind winzige Parasiten wie zum Beispiel Costia oder Trichodina. Für diese Krankheit sind ebenfalls geeignete Arzneimittel in Zoofachgeschäften erhältlich.

Der Pilzbefall macht sich auf den Flossen als wattebeauschartige Beläge sichtbar. Auslöser für diese Krankheit sind Pilzsporen, die im Wasser vorkommen können. Meist greifen diese aber nur verletzte Tiere an. Auch hier gibt es ein geeignetes Arzneimittel, mit dem man der Krankheit entgegenwirken kann.

Nicht ohne Grund solltest du immer auf die richten Wasserwerte in deinem Aquarium achten. Bei einer Ammoniak- oder Nitritvergiftung haben die Fische deutliche Atemprobleme und kommen sogar an die Oberfläche zum Luft schnappen. Sie bewegen sich äußerst hektisch und sind extrem schreckhaft. Schuld sind Krankheitserreger oder zu viel Ammoniak oder Nitrit im Wasser. Hier solltest du dir überlegen ob die Haltungsbedingungen in Ordnung sind. Überprüfe die Werte und führe sofort Teilwasserwechsel durch und sorge für eine fachgerechte Filterreinigung.

Zwei gelbe Doktorfische schwimmen durch ein kleines Korallenriff.

Worauf sollte ich bei der Anschaffung von Fischen achten?

Achte grundsätzlich darauf, dass du nur Fische zusammen in das Aquarium tust, die unter gleichen oder ähnlichen Bedingungen leben können. Sie sollten sich vertragen und nicht gegenseitig angreifen oder gar fressen.

Fische sind intelligent und haben einen eigenen Charakter. Es gibt also Tiere, die ausschließlich in einem Schwarm leben wollen und können, aber auch Tiere, die liebend gerne als Einzelgänger unterwegs sind.

Du solltest unbedingt auf die richtige Größe des Aquariums achten. Je größer desto besser. Als Einsteiger lohnen sich Aquarien mit einem Volumen von 100 L oder mehr. Für eine artgerechte Haltung gibt es eine Faustregel, die du unbedingt beachten solltest. Diese besagt, dass maximal ein Fisch pro 2 L Wasser sein sollte.

Die Vorteile eines größeren Aquariums liegen darin, dass du größere/mehr Fischarten einsetzen kannst und sogar die Reinigung weniger Zeit in Anspruch nimmt. Die Anschaffungskosten sowie der höhere Wasser- und Stromverbrauch bilden die Nachteile. Wähle Wunschfischart und das dazugehörige Aquarium also mit Bedacht.

Tipp: Du solltest in jedem Fall auf einen Kauf von Wildfängen verzichten, da sie meist nicht mal mehr dein Aquarium erreichen. Diese Fische haben eine extrem geringe Lebenserwartung.

Wir wollen dir noch einen kurzen Überblick über die beliebtesten Fische für Anfänger geben:

  • Guppys: Diese Fische sind für Einsteiger perfekt und in nahezu jedem Aquarium zu finden. Sie werden 3-6 cm groß und haben eine sehr große Schwanzflosse.
  • Kleine Welse: Diese Tiere sind sehr beliebte Zierfische, die sich ausschließlich von Pflanzen ernähren.
  • Labyrinthfische: Der Labyrinthfisch ist mit seiner schönen blauen Farbe ein echter Hingucker in jedem Aquarium. Aber Vorsicht: Halte immer nur ein Exemplar davon in deinem Aquarium, da sie eine sehr hohe Aggressivität gegenüber ähnlich aussehenden Fischen zeigen und diese in Kämpfen ausarten, die sogar zum Tod führen können. 

Aquarienfische werden oft nur zwischen 3 und 4 Jahre alt, während Fische für den Gartenteich oder speziell angefertigte Großaquarien eine deutlich höhere Lebenserwartung haben. Kois können beispielsweise bis zu 60 Jahre alt werden.

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